Der Merkur
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Merkur


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Geschätztes Alter:
4 Milliarden Jahre

Raumvolumen:
6,07 * 1010 km3 = 5,6%
des Erdvolumen

Oberfläche:
7,474 * 107 km2 = 14,6%
der Erdoberfläche

Durchmesser:
4.879 km = 38,2%
des Erddurchmessers

Masse: 3,30 * 1023 g
5,5% der Erdmasse

Abplattung: 0

Dichte: 5,45 g/cm3
98,4% der Erddichte

Oberflächengravitation:
2,78 m/s2 = 38%
der Erdgravitation

Temperaturen:
Tag: 400 bis 470 C
Nacht: -150 bis -200 C

Sonnenumlaufszeit:
87 Tage, 23,28 Stunden

Bahnexzentrizität:
0,206

Bahnneigung: 7,0 Grad

Eigenrotation:
58 Tage, 15,6 Stunden

Achsneigung: 0 Grad

Anzahl der Monde: 0

Entfernung zur Sonne:
Maximum: 69,7 Mio km
Mittel: 57,9 Mio km
Minimum: 45,9 Mio km

Fluchtgeschwindigkeit:
4,3 km/s

Bahngeschwindigkeit:
47,9 km/s


Links:
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Nineplanets-Seite
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Mariner 10-Sonde
Messenger-Sonde
Messenger-Sonde


Bilder:
Der Merkur
Der Merkur
Der Merkur
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Merkuroberfläche
Merkuroberfläche
Merkuroberfläche
Mariner 10-Sonde


Literatur & Multimedia:
Der Merkur (VHS)


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Nachrichten zum
Thema Merkur

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Entstehung

Wie alle anderen Himmelskörper, entstand der Merkur aus dem Material eines zuvor existierenden Sternensystems. Der Merkur entwickelte sich nicht zeitgleich mit anderen Körpern des Sonnensystems, da seine geringe Größe, und damit seine geringe Gravitation dazu nicht imstande war, das in der früheren Umgebung verfügbare Material ebenso schnell einzufangen, wie die Gravitation anderer Körper. Während in der Mitte des jungen Sonnensystems die Sonne die Kernfusion zündete, war der Merkur noch lange kein runder Planet, wie wir ihn heute kennen. Der Merkur erinnerte vielmehr an einen riesigen Meteoriten mit einer willkürlichen Geometrie. Erst nach längerer Zeit, etwa vor 4 Milliarden Jahren, entwickelte sich aus der Ansammlung von Masse ein runder Körper. Seine frühere Umlaufbahn war ebenfalls nicht die endgültige. Es ist anzunehmen, dass der Merkur weit von der Sonne entfernt entstanden ist, und erst im Laufe der Zeit von der Sonnengravitation auf den heutigen Orbit gelenkt wurde. Wie bei allen anderen, größeren Himmelskörpern, waren für die endgültige Position des Merkur die Würfel der Gravitationen verantwortlich. Die früheren, herrschenden Anziehungskräfte, waren also für die Umlaufbahnen der Himmelskörper ausschlaggebend. Es ist also auch möglich gewesen, dass ein erdgroßer Körper den Merkur als seinen Satelliten einfangen konnte, doch der Merkur wurde der sonnennächste Planet mit einem stark elliptischen Orbit.


Aufbau

Der Merkur besteht aus einem Eisen-Nickel-Kern, der von einem Silikatmantel umhüllt wird. Den Mantel umhüllt eine Kruste, die vermutlich aus Kalzium, Sodium, und aus anderen Silikaten besteht. Es wird auch angenommen, dass die 180 Kilometer dicke Kruste gleicher chemischer Zusammensetzung sein könnte wie der Mantel. Der 460 Kilometer dicke Mantel soll zum größten Teil aus Magnesiumsilikaten bestehen. Auch im Mantel werden Spuren von Eisen vermutet. Der 1800 Kilometer dicke Kern macht den Merkur einzigartig. Sogar der Erdkern ist

Aufbau des Merkur - Klicken zum vergrößern

mit einem Radius von 1300 Kilometern kleiner als der Merkurkern. Der hohe Eisengehalt im Kern des zweitkleinsten Planeten produziert ein unerwartet großes Magnetfeld. Lediglich kleine Polarregionen werden von dem Magnetfeld nicht umschlossen.


Oberfläche

Die Oberfläche ist an einem Merkurtag bis zu 470 Grad heiß, während die Nächte -200 Grad erreichen können. Dies hängt damit zusammen, dass der Merkur sehr nah an der Sonne ist, und dass er keine nennenswerte Atmosphäre besitzt, die den Wärmehaushalt regeln könnte. So entweicht während einer Merkurnacht fast die vollständige Wärme in den Weltraum. Wegen der mangelnden Atmosphäre gibt es auf dem Merkur folglich kein Wetter, das beispielsweise Regen oder Winde mit sich bringt. Daher gibt es auf der Merkuroberfläche auch keine Erosionen, die die Oberfläche verändern konnten. So bleiben Einschlagskrater von

Die Oberfläche des Merkur - Klicken zum vergrößern

Meteoriten für Millionen von Jahren erhalten. Ähnlich erging es auch unserem Mond. Seine Oberfläche ist mit der des Merkur zu vergleichen. Die meisten Einschlagskrater entstanden während einer Zeit, als das Sonnensystem noch voller Gesteinsbrocken war, die ständig mit größeren Körpern zusammengestoßen sind.


Atmosphäre

Der Merkur besitzt nur eine sehr dünne Heliumatmosphäre, die geringe Spuren von Wasserstoff, Natrium, Sauerstoff, Neon, Argon und Kalium aufweist. Weil die Atmosphäre nur in Spuren vorhanden ist, gibt es auf dem Merkur kein Wetter. Es bilden sich keine Wolken in der Atmosphäre, es gibt keine Winde, und keinen Regen.


Lebenszyklus

Es wird vermutet, dass einige Planeten nicht auf ihren heutigen Umlaufbahnen entstanden sind. Dazu zählt auch der Merkur. Lediglich die Gasriesen haben ihre Bahnen seit ihrer Entstehung geringfügig geändert. Dies hängt mit der früheren Beschaffenheit des Sonnensystems zusammen. Das System war in seiner Anfangszeit voller Gase und Gesteinsbrocken. Unter Einwirkung der Gravitation ballten sich die Gase zusammen, die Gesteinsbrocken hingegen flogen wegen ihrer großen kinetischen Energie quer durch das System, und prallten immer wieder zusammen. So sind immer größere Körper entstanden, die später von der Sonnenanziehung auf bestimmte Bahnen gelenkt wurden. Der Merkur formte sich also auch auf diese Art. Als der Merkur immer mehr Gesteinsmasse angesammelt hat, fing im Inneren durch Teilchenreibung ein Schmelzprozess an. Hierfür war ebenfalls die Gravitation verantwortlich. Der Schmelzprozess breitete sich bis zu der Oberfläche aus. Glühendheiße Lava ergoss sich über die Einschlagskrater. Der noch heiße Eisenkern kühlte sich langsam ab, und zog sich zusammen, wodurch die Oberfläche an vielen Stellen brach und Kilometer hohe Felswände bildete. Während dessen wurde der Merkur weiterhin von Gesteinsbrocken bombardiert. Erneut ergoss sich heiße Lava über die Oberfläche und erfüllte viele Krater. Es blieb eine flache Ebene zurück, die leichte Anzeichen für Einschläge hinterließ. Es folgte eine letzte Phase der intensiven Kraterbildung durch kleinere Meteoriten. In dieser Phase kühlte sich das Innere des Merkur vollständig ab, wodurch der Merkur sprichwörtlich starb. Dies geschah vor 3,5 Milliarden Jahren. Seit dieser Zeit hat sich der Merkur nicht verändert.


Erforschung

Erste Beobachtungen des Merkur wurden bereits im Jahr 3000 vor Christus gemacht. Den Römern galt der Merkur als Gott des Handels und der Reisenden. Die Griechen nannten den Merkur Hermes, und haben ihn als einen Götterboten gesehen. Der Astronom Johannes Kepler (1571-1630) berechnete im Jahr 1627 voraus, dass der Merkur auf seiner Bahn im Jahr 1631 einen Durchgang der Sonne beschreiten würde. Der französische Astronom, Pierre Gassendi (1592-1655), beobachtete den von Kepler vorhergesagten Merkurdurchgang tatsächlich. 1845 fiel dem Franzosen Urbain Jean-Joseph Leverrier auf, dass die Geschwindigkeit der Merkurbewegung am sonnennächsten Punkt (Perihel) stark zunahm. Dies konnte bis zur Einsteins Allgemeinen Relativitätstheorie nicht erklärt werden. Erste Karten des Planeten wurden erst um 1920 vom Eugene Antoniadi (1870-1944) gezeichnet. Radarbeobachtungen im Jahr 1965 haben Aufschlüsse über die Eigenrotation des Merkur gebracht. Die bisher besten Bilder des Planeten lieferte die Mariner 10-Sonde, die am 03. November 1973 gestartet wurde. Während dreier Vorbeiflüge in den Jahren 1974 und 1975 funkte die Sonde 2700 Aufnahmen zur Erde. Weitere Radarbeobachtungen mit leistungsstärkeren Radarteleskopen im Jahr 1990 haben Vermutungen gekräftigt, dass in einigen Kratern in den Polarregionen Wassereis existiert. Dies ist dadurch möglich, dass das Sonnenlicht niemals die gefrorenen Stellen in den Tiefen der Krater erreicht. In der nächsten Zeit soll der Merkur von zwei Sonden besucht und genau untersucht werden. Die Messenger-Sonde, ein Projekt der NASA, soll im März 2004 gestartet werden. Die Sonde soll vor allem die Oberfläche des Planeten erkunden. Die europäische Sonde Bepi-Colombo, die voraussichtlich im Jahr 2009 startet wird, wird aus zwei Orbitern und einer Landeeinheit bestehen. Mit den Instrumenten der Einheiten wird die Oberfläche, sowie das Magnetfeld des Merkur untersucht werden. Die Landeeinheit wird zusätzlich mit einer Kamera ausgestattet sein.


Beobachtung

Der Merkur ist 2 Stunden vor Sonnenaufgang, und 2 Stunden nach Sonnenuntergang von der Erde aus beobachtbar. Wegen einem großen Winkelabstand von der Sonne ist der Merkur im Frühjahr am besten abends, und im Herbst am besten morgens zu beobachten. Wie der Mond und die Venus durchläuft der Merkur seine Phasen. So wie es den Vollmond gibt, gibt es einen Vollmerkur, einen Neumerkur und so weiter. Etwa 12 Mal in einem Jahrhundert durchläuft der Merkur die Sonnenscheibe. Das bedeutet, dass der Merkur zwischen der Erde und der Sonne seine Bahn zieht, und als ein runder Fleck auf der Sonne zu beobachten ist. Den letzten Durchgang konnte man am 7. Mai 2003 beobachten.


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2004 Weltraumforschung.de - August 2004



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