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08.12.1998Erste ISS-Baumission im All erfolgreich beendet    

Die Astronauten Jerry Ross und James Newman von der US-Raumfähre Endeavour haben in der Nacht zum Dienstag (08.12.1998) ihren ersten Weltraumspaziergang unternommen und mit dem Bau der Internationalen Raumstation (ISS) begonnen.

Während des insgesamt sieben Stunden und sechs Minuten dauernden Aufenthalts im All gelang es ihnen unter anderem, 40 Elektrokabel zwischen den ersten beiden Modulen der Internationalen Raumstation aneinanderzustecken, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa in Houston (US-Bundesstaat Texas) mitteilte. Der Ausstieg sei "erfolgreich" gewesen. Alle vorgesehenen Feinarbeiten seien absolviert worden. Mit dem Ausstieg hat der Astronaut Ross die bisherige Rekordaufenthaltszeit eines US-Raumfahrers im Weltraum gebrochen: Mit seinem fünften Spaziergang im All hielt er sich insgesamt 29 Stunden und 41 Minuten außerhalb eines Raumschiffes auf.

Die Feinarbeiten an dem russischen Modul "Sarja" und dem Verbindungsstück "Unity", das die Endeavour-Mannschaft in der Nacht zum Montag angekoppelt hatte, waren bereits auf der Erde geübt worden, galten aber wegen der unhandlichen Raumanzüge und der dicken Handschuhe als schwierig. Nach dem Anschluß der Verbindungskabel ließ das ISS-Kontrollzentrum in Moskau versuchsweise Strom von "Sarja" zum Verbindungsstück laufen. Dieses verfügt selbst weder über Batterien noch Sonnensegel. Außerdem untersuchten die Astronauten zwei Hilfsantennen des russischen Moduls, die sich nach dessen Aussetzung im Weltall am 20. November nicht aufgerichtet hatten.

Am Donnerstag soll der zweite von insgesamt drei Ausflügen der Mission stattfinden. Dann sollen Antennen an "Unity" angebracht werden, um die Verbindung zum Kontrollzentrum in Houston sicherzustellen. Des weiteren sollen Sicherheitsschienen an den Außenwänden von "Sarja" befestigt werden, damit die Astronauten sich später daran festhalten können. Beim dritten Weltraumspaziergang wird eine Werkzeugkiste für spätere Arbeiten an der Außenwand der ISS montiert und es werden abschließende Kontrollen vorgenommen.

Im Sommer nächsten Jahres sollen "Unity" und "Sarja" durch ein drittes Element erweitert werden. Bei weiteren Raumflügen sollen bis zum Jahr 2004 insgesamt mehr als hundert Bauteile montiert werden. Die fertige Station wird mit der Größe eines Fußballfeldes und einem Gewicht von rund 500 Tonnen die größte von Menschenhand geschaffene Struktur im All sein. Sie soll dann wissenschaftliche Laboratorien beherbergen und ständig von sechs bis sieben Astronauten bewohnt werden. Am Bau der ISS beteiligen sich insgesamt 15 Länder, darunter auch Deutschland.


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