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06.01.1999Neuer Kraftwerkstyp entwickelt    

Ein Israeli hat einen neuen Kraftwerkstyp erfunden, der vor allem in der Dritten Welt Anklang finden dürfte: Ihm ist es gelungen, aus der Kraft der Wellen Strom zu gewinnen. Die Methode gilt als besonders umweltfreundlich und billig. "Für diese Anlage braucht man nur das Meer und Wellen", sagt Shmuel Ovadia und zeigt stolz auf die beiden grünen Bojen, die im Hafen von Jaffa auf dem Wasser tanzen. Sie gehören zu seinem Kraftwerks-Prototyp mit dem komplizierten Namen Pneumatischer Wellen-Energiekonverter (PWE). Dabei ist das Prinzip denkbar einfach: Die auf dem Wasser schaukelnden Bojen treiben mit Hydrauliköl geschmierte Kolben an, die einen Motor in Gang setzen. Der brummt in einem unscheinbaren Schuppen am Hafen. Der PWE wandelt also die Kraft der Wellen in Energie um, die umweltfreundlich und zudem billig ist, wie Ovadia versichert.

Der Prototyp in Jaffa ist nach Ovadias Angaben für maximal 40 Kilowattstunden pro Tag ausgelegt. Theoretisch sei jedoch der Bau eines Kraftwerkes möglich, das vier Megawatt pro Tag liefern könne. Das würde ausreichen, um 40.000 Haushalte mit Elektrizität zu versorgen. Dabei soll die Kraft aus den Wellen nur Pfennigbeträge pro Kilowatt kosten. Eine ideale Kraftwerksform für Länder der Dritten Welt, meint Ovadia. Der findige Unternehmer hat sein Wellenkraftwerk vorsorglich in den USA patentieren lassen. Ovadias Erfindung unterscheidet sich nach dessen Angaben von dutzenden ähnlicher Entwicklungen durch eine Besonderheit: Der PWE nutzt die Kraft der Wogen und nicht nur die schiere Höhe der Wellen. Zudem könne ein vier Megawatt-PWE-Kraftwerk pro Stunde 500 Kubikmeter Meerwasser entsalzen und in Trinkwasser umwandeln, erklärt Ovadia.

Die israelischen Behörden haben bereits 100.000 Dollar (rund 166.000 Mark) an Beihilfen für das erfolgversprechende Projekt beigesteuert, auch wenn ihm noch keine Praxistauglichkeit bescheinigt wurde. Die israelische Hafenstadt Aschdod hat Ovadia jedoch ein Grundstück zur Verfügung gestellt, auf dem ein Vier-Megawatt-Kraftwerk entstehen soll. Ovadia hat zwar kräftig die Werbetrommel gerührt, um 300 Investoren, darunter die Weltbank, für sein Vorhaben zu gewinnen. "Wir halten das Projekt für sehr ernsthaft, doch nicht jeder denkt so", räumt der findige Unternehmer Akzeptanz-Probleme ein.


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