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08.01.1999Experten erforschen Artensterben    

Kaum hatten die Ureinwohner Australiens vor etwa 55.000 Jahren ihren Fuß auf den Kontinent gesetzt, kam es zu einem großen Artensterben. Mehr als 85 Prozent aller größeren Tierarten - Strauße, Schlangen, Eidechsen und Schildkröten - wurden in wenigen Jahrtausenden ausgelöscht. Geochronologen um Gifford Miller von der US-Universität von Colorado in Boulder zeigen anhand des Genyornis newtoni, einem flugunfähigen Vogel von der Größe eines Straußes, wie die ersten Menschen das Ökosystem veränderten. Ihr Bericht ist im US-Wissenschaftsjournal Science veröffentlicht.

Miller kommt zu dem Schluß, daß die frühen Bewohner Australiens häufig weite Flächen abbrannten, vor allem um das Wachstum von Nahrungspflanzen zu fördern. "Vermutlich unterschieden sich diese systematischen Brände der ersten Siedler ... so weit von den natürlichen Bränden (der Zeit davor), daß sie in wichtigen Ökosystemen den Schwellwert überschritten und eine Neubelebung unmöglich machten", kommentiert Miller.

Mit dieser Aussage erhalten jene Forscher Oberhand, die den Untergang der australischen Megafauna seit langem mit dem Einfluß des Menschen erklären, während die Gegenseite die Ursache in einem Klima-Umschwung vermutet hatte. Miller und Kollegen von der Australischen Nationalen Universität in Canberra sowie dem Carnegie-Institut im amerikanischen Washington untersuchten Eierschalen des Straußenvogels Genyoris aus drei Klimazonen des Kontinents und bestimmten das Alter Relikte.

Aus insgesamt 700 Daten von den Schalen errechneten sie, daß der Vogel vor etwa 100.000 Jahren in Australien auftauchte und vor etwa 50.000 Jahren wieder verschwand. Die These, daß der große Vogel von den Ureinwohnern gejagt und dadurch ausgerottet worden sein könnte, fand durch diese Daten keine Bestätigung. Eher starb er an Nahrungsmangel. Zu den Arten, die etwa zur gleichen Zeit wie der Genyoris ausstarben, gehören unter anderem 19 Arten von Beuteltieren von jeweils wenigstens 100 Kilogramm Gewicht. So verschwanden ein flußpferd-großer Verwandter des Beuteltieres Wombat und auch eine acht Meter lange und ein Meter breite Schlange sowie eine Schildkröte vom Umfang eines VW-Käfers. Miller vermutet, daß sie sich ähnlich wie der Genyoris vom Laubwerk der Büsche und Bäume ernährten und durch die gelegten Brände der ersten Menschen in Australien ihre Nahrungsquelle verloren.


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