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01.10.1998Galaxien aus der Frühzeit unseres Universums nachgewiesen    

Es geschah vor rund zwölf Milliarden Jahren, nicht lange nach dem Urknall: Das junge Weltall hatte sich so weit abgekühlt, daß die Materie sich zu ersten Welteninseln mit Milliarden junger Sonnen verwirbeln und verdichten konnte. Doch diese frühesten Galaxien waren noch von dichten Staubwolken umhüllt, durch die das schwache Licht der gerade erst "geborenen" Sterne noch nicht dringen konnte. Mit Teleskopen, die sichtbares Licht auffangen, ist daher nicht bis in jene frühe Phase des Universums zurückzublicken.

Anders ist es mit Infrarot-Teleskopen: Sie können die Wärmestrahlung der ersten Galaxien auffangen. Einem Team französischer Astronomen unter Leitung von Jean-Loup Puget ist es jetzt mit Hilfe des Infrarot-Weltraumteleskops "Iso" erstmals gelungen, Milchstraßensysteme aus jener fernen Zeit nachzuweisen. Die 24 äußerst lichtschwachen Himmelsobjekte wurden mit Hilfe eines speziellen Spektrometers an Bord des Teleskops im Bereich des Infrarotspektrums von über 100 Mikron (Mikron = Millionstelmeter) ausgemacht. Die Entdeckung kam nicht unerwartet. Bereits rund zwei Jahre zuvor hatte der Nasa-Satellit "Cobe" eine allgemeine kosmische Infrarot-Hintergrundstrahlung erkannt, und vorausgesagt worden ist dieses "Infrarotleuchten" schon vor 30 Jahren.

Es ist ein Nebenprodukt der Galaxien-Entstehungff - und ein Überbleibsel aus jener frühen Zeit, das noch heute das gesamte Universum durchflutet. Jetzt konnten die 24 Galaxien erstmals als eine der Quellen dieser Hintergrundstrahlung identifiziert werden - als im Entstehen befindliche Welteninseln. Eine der überraschenden Erkenntnisse: In der Frühzeit des Universums sind offenbar weit mehr Sterne entstanden, als die Astronomen bislang angenommen haben. Wie sie ausgesehen haben könnten, hat jetzt das Hubble-Weltraumteleskop dokumentiert: "N81", ein Nebel aus leuchtenden Gasen in der 200000 Lichtjahre entfernten Kleinen Magellanschen Wolke, offenbarte mindestens 50 sehr junge, extrem massereiche Sterne. Es sind soeben entstandene Sonnen mit der 300fachen Leuchtkraft unseres Zentralgestirns. Sie bestehen fast ausschließlich aus Wasserstoff und Helium und enthalten noch keine schweren Elemente.


Quelle: GEO


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