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01.03.1998Astrophysiker entdecken Exoplaneten in fernen Sonnensystemen
Sind wir allein im Weltall? Oder existiert Leben auch in anderen Sonnensystemen? Zwischen beiden Extremen schwanken nicht nur die Diskussionen von Science-Fiction-Anhängern. Gelungen sind selbst mit dem Einsatz hochmoderner Technik bislang allenfalls kleine Schritte hin zur Entdeckung einer kosmischen Schwestergemeinde.
Doch jüngst überstürzten sich Meldungen über Planeten, die Forschern aus der Schweiz und den USA - indirekt - ins Visier geraten sind. Zunächst erwies sich 51 Peg, ein Lichtpunkt im Sternbild Pegasus, als Sonne mit einem Planeten. Und dann fanden Geoffrey Marcy und Paul Butler von der San Francisco State University heraus, daß auch die Sterne 70 Vir in der Jungfrau-Konstellation und 47 UMa im Großen Wagen Trabanten haben. Das Nachweisverfahren basiert auf periodischen Geschwindigkeitsänderungen von Sonnen, die auf die Existenz eines Planeten schließen lassen. Denn wie ein Hammerwerfer, den sein Sportgerät umkreist, rotiert auch ein Fixstern um den Schwerpunkt, den er mit einem Begleiter gemeinsam hat. Daraus resultierende Temposchwankungen erkennen Astronomen an der Doppler-Verschiebung der Spektrallinien, die eine Art Fingerabdruck der Elemente in der Sonnenatmosphäre sind. Doch keiner der neuen astronomischen Popstars erfüllt die Voraussetzungen für Leben. Im Fall 51 Peg kratzt ein Felsbrocken von 150facher Erdmasse fast an die Oberfläche seiner Sonne. Und so glüht dieser Planet mit über 1000 Grad Celsius.
70 Vir und 47 UMa sind Gaskugeln - größer als Jupiter und ohne feste Oberfläche. Zwar können die oberen Schichten dieser Himmelskörper Wasser in Form von Nebel enthalten. Aber beiden fehlt der feste Grund, auf denen sich Meere - unabdingbar für die Entstehung von Leben wie wir es kennen - bilden können. Es ist ja auch noch niemand auf die Idee gekommen, auf Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, wo vergleichbare Bedingungen herrschen, ernsthaft Leben zu erwarten. Planeten von erdähnlichen Dimensionen haben Astronomen des Arecibo-Radioteleskops in Puerto Rico zum erstenmal vor vier Jahren nachgewiesen - mit einer anderen raffinierten Technik: Als Pulsar, als Neutronenstern, treibt der Rest einer Supernova-Sternenexplosion durch die Milchstraße, pulsiert pro Sekunde 163mal und rotiert entsprechend schnell. Die Grundschwingung dieser Sternenleiche wird von Störungen überlagert, die dem Schwerkrafteinfluß dreier Planeten entstammen. Deren Massen sind tatsächlich ziemlich erdähnlich. Leben jedoch ist in der Nähe eines so intensiv Röntgenstrahlen speienden Neutronensterns unvorstellbar. Und im Oktober 1994 gelang Tadashi Nakajima und Shrinivas Kulkarni von der Mount Palomar Sternwarte in Kalifornien ein direkter Schnappschuß eines Planeten außerhalb unseres Planetensystems.
Um den 19 Lichtjahre entfernten Stern Gliese 229 kreist ein Gasball von der 30fachen Jupitermasse und könnte fast schon eine Minisonne sein. Nur reicht der Schwerkraftdruck in seinem Innern nicht aus, um eine Wasserstoff-Fusion zu entfachen und ihn damit zum Leuchten zu bringen. Noch sind die Experten sich uneins, ob sie mit diesem Objekt den ersten Vertreter der lange gesuchten Braunen Zwerge bejubeln sollen oder den ersten direkt fotografierten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.